Montag, 31. Juli 2017

Über Freundschaft

Hallo meine Lieben 😃,
zunächst einmal tut es mir leid, dass ihr so lange nichts von mir gehört habt. Wie viele von euch mitbekommen haben, war die letzte Zeit für mich nicht einfach. Mit Hilfe meiner eigenen Kraft und der Unterstützung meiner Freunde kann ich euch aber sagen: Gabi is back! 😻 Hiermit möchte ich mich bei allen Lesern, Bekannten und Freunden bedanken, die mich so tatkräftig unterstützt haben und mich nun auch zu diesem Blogpost inspiriert haben.


"If you wanna be my lover you gotta get with my friends" wussten schon die Spice Girls 😁. Aber was heißt Freundschaft für euch? Was macht eine gute Freundschaft aus? Und was ist ein schlechter Freund?
Die einen sagen, dass man einen wahren Freund im Glück erkennt, weil er nicht eifersüchtig ist, wenn man sich freut. Die anderen sagen, dass man einen wahren Freund daran erkennt, dass er für einen da ist, wenn es einem schlecht geht. Beides ist richtig.

Was ich gelernt habe ist, dass es nicht darauf ankommt, wie lange man eine Person kennt. Denn sogar die ältesten Freunde können einen in schweren Situationen hängen lassen, während so gut wie Fremde einem helfen, in dem sie beispielsweise einem spontan beim Umzug helfen. Es geht um Personen, die wissen dass es einem schlecht geht, nicht nur sagen:"Meld dich, wenn was ist.", sondern selbst aktiv nachfragen, weil sie verstehen, dass man niemanden zur Last fallen will. Und weil sie sich wahrlich für einen interessieren und nicht diejenigen sind, die einen hängen lassen und einem im Nachhinein auf die Schulter klopfen, wenn man es geschafft hat.

Sicherlich hat jeder sein eigenes Leben und Baustellen, um die er sich selbst kümmern muss. Eine wahre Freundschaft kann auch Distanz ertragen. Wir werden alle nicht jünger, wir arbeiten, gründen Familien, heiraten. Somit trifft man sich nicht mehr wie in Teenagerzeiten jeden Nachmittag oder telefoniert stundenlang. Meine Freundin Sevda beispielsweise, die sehe ich nur alle paar Monate, aber wir wissen, dass wir uns jederzeit aufeinander verlassen können. Wenn wir uns sehen, ist alles genauso vertraut wie früher.
Mit anderen Freunden streitet man sich vielleicht oder man lebt sich einfach auseinander und hat deswegen keinen Kontakt mehr. So ist der Lauf des Lebens.

Gerne zeigen wir mit dem Finger auf andere und haben Ansprüche und Anforderungen an sie. Jedoch sollte man auch selbst nicht vergessen ein guter Freund für seine Mitmenschen zu sein. Ein Mensch zu sein, der vor allem ehrlich zu seinen Freunden ist. Nicht umsonst gibt es den Spruch:"Ein Freund ist einer, der alles von dir weiß, und dich trotzdem liebt." (Elbert Hubbard).
Du hast Scheiße gebaut? Erzähl es mir. Ich werde dich nicht verurteilen. Wir finden eine Lösung! Wir sollten nicht durch Lügen vortäuschen bessere Menschen zu sein. Denn auf was basiert diese Freundschaft, wenn man ihr die Ehrlichkeit entbehrt?

Und ja, ein Freund darf Kritik äußern, einem sagen können, was man möglicherweise falsch macht. Dies muss er, damit wir in unserer persönlichen Entwicklung weiterkommen. Jedoch spielt der Ton hier die Musik. Manchmal ist es ein schmaler Grad zwischen einem gut gemeinten Rat und einer vernichtenden Kritik und einem persönlichen Angriff. Ist es unbedingt immer erwähnenswert, dass die Haare meines Gegenübers heute nicht gut sitzen oder mir die Kleidung nicht gefällt? Nein. Bringt meine Kritik die Person weiter oder verletze ich gerade nur? Stehe ich zur Seite oder mache ich runter? Freunde unterstützen sich, sie erniedrigen nicht und sie bevormunden nicht.

Sicherlich darf man einem Freund bei Liebeskummer oder Selbstmitleid aber auch mal sagen, dass es jetzt mal genug ist und reicht. Aus diesem Grund ist es wichtig seinen emotionalen Bullshit nicht immer auf nur eine Person zu verlagern, da dies nicht nur lästig, sondern vor allem belastend für den Zuhörer werden kann.

Den Spruch:"Männer kommen und gehen, aber Freunde bleiben für immer" mag ich nicht, denn dieser ist eine Herablassung an die Partner an unserer Seite und die Beziehungen oder Ehen, die wir führen. Jedoch sind es die Freunde, die einen auffangen nach einer Trennung, die einem Essen bringen, trösten, zuhören und Kartons packen. Denn: "Egal wer dir das Herz gebrochen hat und wie lange es dauert bis es heilt, du schaffst es niemals ohne deine Freundinnen.“ (Carrie, Sex and the City).

Danke an meine Freunde, meine Familie und meine Leser. Bin froh, dass es euch gibt.
Fühlt euch alle gedrückt,

eure Gabriele










Mittwoch, 5. April 2017

Wunde


"There is nothing to writing. All you do is sit down at a typewriter and bleed."
(Ernest Hemingway)

Sie sagen, dass Zeit alle Wunden heilt. Meine Wunder heilt jedoch nicht. Sie ist eine klaffende, offene Wunde, in die du mehr als nur Salz streust. Um es mit Kafkas Worten zu sagen:"Liebe ist, dass Du mir das Messer bist, mit dem ich in mir wühle". Schließlich erlaube ich dir ja, so dreckig mit mir umzugehen. Dieser Dreck führt dazu, dass die Wunde sich immer wieder entzündet und ich mich nicht auskurieren kann.

Meine Freunde legen Verband um die Wunde, versuchen sie zu klären und sprechen mir gut zu, aber es wird nicht wirklich besser. Man lernt höchstens sich mit den Schmerzen zu arrangieren. Mal vergisst man sie sogar, und mal liegt man schmerzverzerrt und weinend auf dem Boden.
Vor paar Wochen, da hast du die Wunde zugenäht, sie schien zu heilen, als du sagtest, dass du mich über alles liebst. Dann jedoch nahmst du erneut das Messer und schnittest die Fäden auf, die du doch vorher so liebevoll vernäht hattest.

Manchmal, wenn dir danach ist, kommst du zum Verbandswechsel. Aber wenn du gehst, reißt du diesen wieder ab, um mich bluten zu sehen. In diesem Zustand kann die Wunde nicht heilen. Ich kann dir also das Messer selbst aus der Hand nehmen oder ich kann weiterhin hoffen, dass du die Wunde irgendwann zunähst und nur eine Narbe bleibt, die uns an die schwierige Zeit erinnert.






Samstag, 18. März 2017

Akteur

Gewartet
Du bist nicht gekomm'.
Geschrieben
Du hast nicht reagiert.
Auch wenn du mich liebst,
Was habe ich davon,
Wenn du immer wieder vor meiner Türe stehst,
Aber dann wieder gehst?
Wenn du nicht gibst?
Basiert die Liebe nicht auf diesem Prinzip?
Geben und nehmen?
Warum ist es dann so, dass du nur gibst,
An dem Tag, an dem dir danach ist,
zu sagen, dass du mich liebst?
Versteckst es, so dass es keiner sieht
Keiner würd' drauf kommen,
Dass du mich immer noch über alles liebst.
Ein Schauspiel,
der beste Akteur,
Der äußerlich frei
Und innerlich zerfiel.
Das Unterdrücken von Gefühlen,
Das Bezirzen der weiblichen Gattung jetzt gefiel.
Alles gespielt.
Während innerlich das Herz so brennt.
Einen Sinn, den sucht man in der Tat vergebens,
Keine Logik, die man erkennt.
Dass man, die Liebe,
die man im Leben doch nur einmal trifft,
Nicht beim Namen nennt.
Um sich frei zu fühlen,
Komplimente zu schnorren,
Von Menschen, die einen tiefgründig rein gar nicht berühren.
Verworren die Gedanken kreisen,
Trotzdem das Theater weiterhin besuchst,
Auf der Flucht.
Verlustangst,
Deswegen lieber selbst verlässt,
Um sich nicht zu stellen,
Dass der Liebe Ozean schlägt hohe Wellen.
Hast Angst zu ertrinken,
Bevor die Reise beginnt.
So ängstlich
und
Deshalb das Boot verlässt.










Sonntag, 6. November 2016

Nacktheit & Antisexismus = Doppelmoral?

Nacktheit & Antisexismus = Doppelmoral?


Wahrscheinlich habt ihr auch das neue Video von Jennifer Rostock mit dem Titel ,,Hengstin" gesehen. Dass Frauen beispielsweise immer noch weniger als Männer verdienen, sollte den meisten Menschen klar sein und aus diesem Grund ist das Thema, wie die Band auch sagt, kein „kalter Kaffee".
Jedoch stellt sich nicht nur mir, sondern anscheinend der halben Internetgemeinde, die Frage, warum die Frontsängerin Jennifer Weist gegen Sexismus ihre Klamotten auszieht und uns ihre Vagina quasi ins Gesicht drückt. Wäre dies nicht auch ohne Nacktheit gegangen?

Zuerst einmal wäre da der Wandel zu Hip Hop, den die Band mit diesem Lied präsentiert. Wer Jennifer Rostock kennt, weiß, dass die Band normalerweise deutschen Pop-Rock macht. Frau Weist als Sängerin = unglaublich gut, als Rapperin jedoch hört es sich für mich eher wie Geschrei an. Aber naja, über Geschmack lässt sie bekanntlich streiten. Zu meiner Erleichterung muss ich sagen, dass der Rest des neuen Albums („Genau in diesem Ton") zwar anders als die alten Sachen klingt, aber sich eher an diesen als an „Hengstin" orientiert. So viel zur musikalischen Rezension... Ich höre also JR und bin somit kein eingenommener Hater, der jetzt meint, einen Artikel zu schreiben.

Kommen wir zurück zum Video, welches ich mir, genauso wie das Lied, hundert Mal angeschaut bzw. angehört habe (natürlich nur zu Recherchezwecken!^^).
Vorab hätte die Band in Wikipedia reinschauen sollen oder ein paar Bücher über Pferde lesen sollen. Dann wüsste sie, dass Pferde Herdentiere sind. In einer Herde, in der Stuten leben (das sind die weiblichen Pferde, falls jemand es nicht weiß), ist auch mindestens ein Hengst dabei. Wahrscheinlich ging es den Songschreibern einfach darum, ein maskulines Wort feminin zu machen. Wäre „Männin" dann nicht genauso schlau (bzw. dumm!) gewesen? Es gibt biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern, die von der Natur gegeben sind. Ein Mann wird niemals ein Kind gebären können. So ist das halt. Dass wir alle MENSCHEN sind, darum geht es doch eigentlich und nicht um irgendwelche Neologismen, die keinen Sinn ergeben. Darüberhinaus ist gerade Jennifer Weist eine Frau, die stolz ist, eine Frau zu sein. Eine Frau, die ihre Reize zeigt und sich die Brüste mit Silikon hat vergrößern lassen (sagt ja auch keiner etwas dagegen, by the way). Warum aber die Wortneuschöpfung der „Hengstin" statt der Betonung eine FRAU zu sein? Dadurch sehe ich eher einen Rückschritt in Richtung Schöpfungsgeschichte:„Gott schuf die Frau aus der Rippe des Mannes." Man nimmt etwas Männliches und macht es zu etwas Weiblichen. Fail.

Ich habe Dinge auf Facebook gelesen, bei denen ich wirklich herzlichst lachen musste. Männer, die Jennifers Nacktheit kritisieren, werden von Frauen als Sexisten beleidigt („Ja, genau du bist doch so einer!"). Frauen, die Jennifers Nudismus übertrieben finden, kriegen Kommentare wie:„Du bist doch nur neidisch, weil du auch so eine Figur willst!", dies von Männern und natürlich auch von vielen Frauen, die dieser „Szene" angehören. Damit meine ich Frauen mit Tattoos und Piercings, die alles toll finden, was die Jennifer macht ohne zu hinterfragen, Frauen, für die Jennifer eine Art Messias ist.. OMG! Is that political correctness? Gibt es von „Messias" auch eine feminine Form?!...

Man sollte wissen, dass die Bildzeitung vor einiger Zeit Fotos von Frau Weist veröffentlichte, auf denen sie „oben ohne" zu sehen war. Diese stammten von einem Konzert, auf dem sie blank zog und von ihrem Instagram Account, wo sie sich des öfteren nackig zeigt. Die Sängerin echauffierte sich über die Bild und veröffentlichte daraufhin ein Lied zu dem Thema. Also ich muss sagen, dass das für mich Doppelmoral ist. Du zeigst dich nackt in der Öffentlichkeit, in sozialen Medien, echauffierst dich aber, wenn eine „Zeitung" (bewusst in Anführungsstrichen!) darüber berichtet? Das macht für mich keinen Sinn. Nacktheit scheint für die Sängerin ja sonst etwas Natürliches zu sein.

Ganz ehrlich, ich find' es auch nicht klasse, dass ich beim Videoanschauen Angst haben muss, die Schamlippe der Sängerin zu erblicken. Es ist ein bisschen wie bei einem Autounfall, man schaut hin, obwohl man nicht sollte. Und sicherlich ist das Doppelmoral: Anti-Sexismus + Sex sells! Der Songtext sagt:„Ich glaube nicht, dass mein Körper meine Waffe ist. Ich glaube nicht, dass mein Körper deine Sache ist." Aber tut genau das Gegenteil. Meine Freundin Johanna schlug vor, dass es doch viel cooler gewesen wäre, wenn Jennifer einen Herrenanzug  im Video getragen hätte, um zu betonen, dass die Frau dem Mann gleich ist. Bei dem Song gegen die AfD hat das auch ganz ohne Nacktheit geklappt, warum gerade bei diesem Thema dann sowas, liebe Jennifer? Eigentor: „Die Waffen der Frau richten sich gegen sie selbst."

Zum Schluss des Videos werden Frauen mit (teilweise für Frauen eher ungewöhnlichen) Berufen gezeigt (Djane, Skaterin...). Wirkt möglicherweise etwas kitschig, aber eher motivierend für junge Mädchen. Die Message des Songs geht jedoch leider durch die Nacktheit verloren, meines Erachtens. Frauenrechte, Gleichberechtigung, darum geht es doch in dem Song, aber alle reden nur noch über Jennifers Körper. Eher kommt die Message zum Vorschein, man müsste als Frau blank ziehen, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Würde ich das Video einem jungen Mädchen oder Teenager zeigen und sagen:„Hier, nimm dir die Jennifer als Vorbild!". Sorry, never.

Letztendlich stellt sich die Frage: Muss ich das gut finden, was Jennifer Rostock macht? Nein. Muss es sowas geben? Ja! Die jungen Leute interessieren sich nicht für Judith Butler oder Alice Schwarzer bzw. kennen diese Damen gar nicht mehr, von Pussy Riot spricht auch kein Mensch mehr. Wem es nicht gefällt, der soll umschalten. Freuen wir uns einfach über die Meinungs- und Pressefreiheit in unserem Land und somit verabschiede ich mich für dieses Mal von euch mit einem Zitat von Voltaire: „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst."

Fühlt euch gedrückt,

eure Gabriele










Mittwoch, 7. September 2016

Can't buy me love

Can't buy me love

"Geld verändert die Menschen nicht – aber Geld potenziert, wer und was du bist! Bist du gut, macht Geld dich besser. Bist du ein großes Arschloch, wirst du ein Riesen-Arschloch!", sagte der Schauspieler Will Smith in einem Interview.

Man muss kein Schlauberger sein, um zu wissen, dass in Champagner duschen und gleichzeitig Amnesty International unterstützen nicht zusammen passen, doch manchmal muss uns die Erfahrung halt lehren und strafen. Aus diesem Grund möchte ich euch heute etwas zum Thema Geld erzählen.

Wenn man keine Kleidergröße XS und keine riesen Silikonbrüste hat, fühlt man sich neben den ganzen aufgespritzten Lippen, egal wie aufgetakelt man ist, irgendwie fehl am Platz. Aber ich sag' euch, wenn man guten Style hat, kann H&M oder Primark einen auch toll aussehen lassen ;) Wie dem auch sei. Neben den ganzen mondänen Lokalitäten und Speisen, fiel mir eins auf. Diese Leute hatten alles. Geld, geile Wohnungen, teure Klamotten, Uhren, Handtaschen, Autos. Nur etwas fehlte. Was glaubt ihr? Die Moral. Ich will jetzt nicht alle Wohlhabenden der Welt oder die, die ich kennengelernt habe, in eine Schublade stecken, denn ich begegnete auch wundervollen Leuten und es ist auch keine Schande viel Geld zu haben. Aber vieles, was sich in diesen Kreisen ereignet, ist fernab von allen Tugenden. Man fühlt sich ein bisschen wie die Protagonisten in "Gossip Girl". Da wird gelogen, die Frau oder Freundin betrogen oder gerne auf Substanzen gegriffen, wenn man vom Alltag abschalten möchte. Wenn man(n) keinen bock auf die Dame des Hauses hat, wird halt ein Männertrip organisiert oder eine Geschäftsreise ausgeweitet. Ob diese Frauen davon wissen? Entweder sie sind naiv und ahnen nichts oder möglicherweise ist es ihnen egal, so lange der Mann das Geld für neue Handtaschen sponsert.

Und wo wir schon beim Thema Handtaschen sind. Gefälschte Louis Vuitton Taschen zu tragen ist genauso peinlich wie seinen Partner anzubetteln, dass man eine Tasche zu Weihnachten oder Geburtstag bekommen möchte. Mir kann keine Sau erzählen, die eine gefälschte Designer Handtasche trägt, dass sie dies aus modischen Gründen tut. "Mir gefällt halt das Muster" zählt bei mir nicht als Ausrede. Eigentlich will man doch nur dazugehören, einem Trend folgen. Wenn es darum ginge, eine schöne Handtasche zu kaufen, könnte es auch eine NoName sein. Prinzipiell ist gegen Marken ja nichts zu sagen. Oft haben die Markensachen eine bessere Qualität und man trägt sie lange, wenn nicht sogar das ganze Leben. Versteht mich nicht falsch, ich finde Louis, Gucci auch toll, aber ich glaube, man hat eine andere Wertschätzung, wenn man sich das Geld selber hart erarbeitet hat oder die Handtasche geschenkt bekommt, ohne seinen Partner, der dafür hart gearbeitet und gespart hat, vorher anzubetteln.

Denn genauso wie die gefälschten Handtaschen ist halt auch nicht jeder reich, der reich aussieht oder in diesen Kreisen verkehrt. Viele Blender sind dort unterwegs. Und nur weil man ein Glas Champagner schlürft oder edel essen geht, sollte man nicht denken, dass man zur Elite des Landes gehört. Es ist folglich also nicht sehr clever, solche Bilder zu posten. Denn auch ich schlürfte meinen Moet oder Veuve, hatte aber mein Studium, meinen Studentenkredit und meine drei Nebenjobs an der Backe - und eine Louis weit und breit nicht in Sicht.

Sein Dispo zu überziehen ist dumm, kein Geld zu haben scheisse. Aber je mehr man hat, desto mehr gibt man auch aus- oder um es wie Biggie zu sagen "Mo' money, mo' problems". Möglicherweise ist es schöner, wenn man nicht übertrieben viel hat und somit ein teures Essen oder einen Urlaub mehr zu schätzen weiß.  Aber selbst, wenn man sich dies niemals leisten kann, sind es doch die kleinen Dinge, die das Leben lebenswert machen. Es kommt immer darauf an, was man mit seinem Leben macht, mit was man sich zufrieden gibt. In einer konsumgestörten Gesellschaft, die nur nach "mehr, mehr, mehr!!" schreit, kann man für sich erkennen, dass man nicht die dickste Karre oder den geilsten Job haben muss um glücklich zu sein, sondern manchmal nur die richtige Person an seiner Seite braucht. Diese habe ich nämlich in meinem Mann gefunden. Schon die Beatles wussten: Can't buy me love. <3

Fühlt euch gedrückt,
eure Gabriele

Falls ihr noch mehr zu diesem Thema lesen wollt, empfehle ich euch das Buch "What money can't buy- The moral limits of markets" von Michael J. Sandel.






Zaz - Je veux
Donnez-moi une suite au Ritz, je n'en veux pas
Des bijoux de chez Chanel, je n'en veux pas
Donnez-moi une limousine, j'en ferais quoi?

Offrez-moi du personnel, j'en ferais quoi?
Un manoir à Neuchâtel, ce n'est pas pour moi
Offrez-moi la tour Eiffel, j'en ferais quoi?

Je veux de l'amour, de la joie, de la bonne humeur
C' n'est pas votre argent qui f'ra mon bonheur
Moi, j'veux crever la main sur le cœur
Allons, ensemble, découvrir ma liberté
Oubliez donc tous vos clichés
Bienvenue dans ma réalité






Dienstag, 28. Juni 2016

Schmerz ist nicht Liebe

Schmerz ist nicht Liebe


Letztens habe ich einen Artikel bei Vice gelesen, der hieß "Können wir aufhören Schmerz mit Liebe zu verwechseln" und möchte dies auch einmal selber thematisieren.

Ich hatte euch ja schon von dem Liebeskummer erzählt, bei dem ,,man sich am liebsten eine Viggo legen würde, um sich den Rotwein intravenös zu verabreichen und das Gefühl hat 80 Kippen hintereinander zu rauchen, Whitney Houston anschmeißt und überlegt mit dem 683er Bus zur Müngstener Brücke zu fahren." Schön und gut. Passiert uns allen mal. Muss man mal durch: alles rauslassen, kurz reinsteigern, selbst bemitleiden. Aber dies sollte man nicht zum Lebensmittelpunkt machen. Glaubt mir, ich will keinen Moralapostel raushängen lassen, denn ich habe das eine lange Zeit selber gemacht und möchte euch nun meine Erkenntnis dazu schildern und euch sagen: Hört auf mit dem Scheiss!

Du läufst also diesem Typen hinterher, der dich immer wieder wegstößt? Manchmal schreibt er dir, dass er dich vermisst, er trifft sich dann doch mit dir, schreibt dir süße Sachen- und manchmal meldet er sich gar nicht? Antwortet erst nach Tagen? Hat möglicherweise auch andere Weiber am Start? Das hast du zumindest gehört. Es wird wohl auch stimmen. Kann es auch sein, dass er dich fertig macht, wenn ihm danach ist? Dann ist er NICHT der Richtige für dich. Hier kann ich euch nur den Film "Er steht einfach nicht auf dich" zu Herzen legen. Leute, wenn ein Mann euch will, dann meldet er sich, er will euch sehen, er behandelt euch gut und nimmt sich Zeit für euch. Wenn dem nicht so ist, dann liebt er euch auch nicht.

Wir Frauen neigen dazu, jedes Wort, jede Berührung, jedes Komma und jeden Punkt in einer Whatsapp Nachricht analysieren zu wollen. Die Nachrichten von Männern sind anders. Meist sind die Nachrichten nicht meterlange Romane, bei denen man jedes Wort und jedes Satzzeichen auf die Goldwaage gelegt werden muss. Das sollten wir Frauen verstehen. Männer sind nicht so bedacht wie wir Frauen, wenn es um Whatsapp geht. Oft sind es die Frauen, welche sich wie die Mafia verschwören, um die perfekte Whatsapp Nachricht gemeinsam zu formulieren.

Dein Freund und du, ihr habt euch getrennt? Ich erinnere mich an den Liebeskummer, den ich vor Jahren mal hatte, bei dem ich dachte, dass ich ihn nicht überlebe. Das hat man natürlich, wenn man jahrelang sein Leben geteilt hat, am besten noch zusammen gewohnt hat und auf einmal alles vorbei ist. Herzschmerz, traurige Songs, Memes mit depressiven Sprüchen, schmerzerfüllte Hashtags und Lovesongs. Ok, machen wir alle. Wir Frauen brauchen diesen Shit. Aber irgendwann geht es weiter. Wenn man zusammengehören würde, dann wäre man noch zusammen. Wenn er der Richtige wäre, dann hätte er euch nicht verlassen oder ihr ihn. Dieses Rumgeheule und das Selbstmitleid ist auf Dauer auch für eure Mitmenschen eine Last. Man weiß doch eigentlich ganz genau, warum man sich getrennt hat. Es hat nicht mehr gepasst, oder man wurde/oder hat betrogen, belogen, geschlagen, ignoriert, nicht geliebt usw. usw. Aber dann gerade zieht man sich gerne die ,,rosa-rote-Rückblicks-Brille" an und sieht nur noch die tollen Tage der vergangenen Beziehung. Leute, hört auf mit dem Scheiß. Erinnert euch an die Wahrheit! "Ich werde nie wieder so einen finden", "Er war die Liebe meines Lebens" - blahhhhh. Nein, die Liebe eures Lebens würde sich nämlich nicht von euch abwenden.

Es gibt rund 7 Milliarden Menschen auf der Welt und Single sein ist keine Krankheit. Man muss erst lernen, auch alleine sein zu können, mit sich selber klar zukommen, unabhängig zu sein, um eine gesunde Beziehung eingehen zu können. Nach zwei Jahren, in denen ich Single war, merke ich, dass ich bei meiner jetzigen Beziehung meinem Partner seinen Freiraum lasse, sich selbst zu entfalten, dass ich bzw. er mir den Freiraum lässt, mich selber zu entfalten. Das ist wichtig, denn Menschen, welche sich in Beziehungen verlieren und somit ihre Freunde und ihre Hobbies verlieren, werden leer und auch uninteressant für ihren Partner.

Wenn ihr euch mit euren Freunden trefft und nur schlecht über euren Partner redet, euch permanent über ihn aufregt und immer was zu meckern habt, solltet ihr eure Beziehung ebenso in Frage stellen. Natürlich kann man sich mal bei seinen Freunden auskotzen, weil der Freund beispielsweise die Teller mal nicht in die Spülmaschine geräumt hat. Wenn man aber anfängt über die geliebte Person zu lästern, hintergeht man seinen Partner, da man ihm in den Rücken fällt und Leute dazu bringt über die Beziehung zu urteilen, anstatt das Problem unter vier Augen zu klären. Denn eine Beziehung ist doch etwas, das zwischen zwei Leuten passiert und keiner kann sagen, was zwischen diesen zwei Menschen ist, außer die Beteiligten selber. Irgendwann wird das Gemecker für die Freunde auch lästig. Wenn der Freund oder die Freundin so unglücklich ist und so schlecht über den Partner redet - wo ist dann der Respekt vor dem Partner bzw. vor sich selbst? Wenn man schlecht behandelt wird, dann wird es nicht der oder die Richtige sein. Punkt. Aus. Ende.

Wenn ich mir meine verheirateten Freunde angucke, dann sehe ich etwas. Ich sehe Liebe, Respekt, Treue und Loyalität. Alle meine Freunde, die jetzt verheiratet sind und die, von denen, die bald heiraten werden, von denen höre ich NIE ein schlechtes Wort über den Partner. Sie sind glücklich. Sie gehören zusammen und haben sich dazu entschieden. Diese Menschen heulen auch nicht rum, dass sie unglücklich seien oder dass sie schlecht behandelt werden. Im Grunde muss man halt zugeben, dass die die rumheulen (und dazu gehörte ich früher auch), nur keinen Bock haben stark zu sein. Anstatt sich ein Hobby zu suchen, Sport zu treiben, sich mit Freunden zu treffen, ist es leichter, ein Glas Wein zu trinken, dem Ex zu schreiben oder ihn anzurufen und sich selbst zu bemitleiden.

Letztens habe ich einen Artikel über "Passive Beziehungsangst" gelesen. "Immer gerate ich an solche Schweine!" Sorry Mädels, man sucht sich diese Männer oft selber aus. Diese unerreichbaren Machos. Natürlich macht man das unbewusst. Meistens sind das die Männer, die so selbstbewusst sind, Komplimente machen, zu Beginn so männlich wirken und Macht ausstrahlen. Die lieben Männer, die sich regelmäßig melden, nicht direkt mit Schweinereien um die Ecke kommen, finden die Frauen dann "zu nett", aber das Arschloch, welches sich nicht meldet oder euch das Herz gebrochen hat, wird auf ein Podest gestellt?! Hört auf euch schlecht behandeln zu lassen! Wer keinen Respekt vor sich hat, der wird von anderen auch keinen Respekt bekommen. Wer seinen Wert nicht schätzt, wird auch von anderen nicht geschätzt.

Ich kann mir vorstellen, dass sich einige meiner Leserinnen jetzt vor den Kopf gestoßen fühlen und möglicherweise angegriffen fühlen. Aber ich meine es nur gut. Gerade, weil ich selbst so eine Heulsuse war. Für jeden von uns gibt es einen passenden Deckel und ich sollte euch Hoffnung geben, da ich immer rumgeheult hab (habt ihr ja alles hier im Blog mitbekommen) und jetzt meinen passenden Deckel gefunden habe. Meistens passiert das halt, wenn man nicht mehr sucht, wenn man einfach mal gechillt ist. Klar kann man für die Person, die man liebt, kämpfen. Das habe ich auch. Männer brauchen halt manchmal länger, um es zu verstehen. Aber seid euch sicher, dass der Mann es auch Wert ist. Wenn ihr die meiste Zeit eh nur traurig seid, dann ist es nicht der Richtige. Der Richtige macht euch glücklich, bringt euch zum Lachen, liebt euch, trägt euch auf Händen, respektiert und unterstützt euch, so wie mein Mann es bei mir tut. Kein wenn und aber. Und wenn es doch Streit gibt, dann ist dies ein Streit, der nicht zerstörerisch ist und so schnell wie möglich aus der Welt geschaffen wird, weil die Liebe über allem steht.

Ich wünsche euch allen einen guten Partner, der euch liebt, schätzt und respektiert. Der wird auch kommen, da bin ich mir sicher. Aber fangt mit dem Respekt und der Wertschätzung zunächst bei euch selbst an. Ihr seid wundervoll und habt nur das Beste verdient! Verkauft euch nicht unter eurem Wert!

Fühlt euch gedrückt,
eure Gabriele









Donnerstag, 2. Juni 2016

Sag mir, wo die Blumen sind

Ich war letztens auf einem Friedhof spazieren. Das hört sich möglicherweise makaber an, aber es wirkte sehr beruhigend auf mich. Meine Kopfhörer in den Ohren, ließ ich mich von Opernmusik und Liedern von Marlene Dietrich beschallen (,,Sag mir, wo die Blumen sind") und dachte über das Leben und den Tod nach. Mich ließ die Frage nicht los, was mit den Gräbern geschieht, wenn sich irgendwann keiner mehr um sie kümmert, nicht mehr bezahlt. Diese werden, dem Internet zufolge, "eingezogen". Auf einigen Grabsteinen standen Geburts- bzw. Todesdaten aus dem 19. Jahrhundert. Für mich kam die Frage auf, wer diese Gebühr noch bezahlt für Verwandte, die schon so lange tot sind und die man gar nicht mehr persönlich kannte. Wird wohl jemand in 100 oder eher 200, 300 Jahren mein Grab pflegen? Wohl eher nicht. Berthold Brecht sagte einst: „Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt.“ Also sollten wir der Nachwelt doch ein positives Bild von uns hinterlassen, wenn wir sterben oder um es wie Albert Schweitzer zu sagen: ,,Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren von Liebe, die wir hinterlassen,wenn wir weggehen."

Der Tod ist unvermeidbar, jeder von uns muss irgendwann sterben, man kann es nicht verhindern, es passiert so oder so. Ich hatte das Glück, dass in meinem nahen Kreis niemand verstorben ist. Aus diesem Grund möchte ich nicht anmaßend sein und versuchen diese Verluste in Worte zu fassen, da ich glaube, dass kein Maß an Empathie einen so enormen Verlust nachvollziehen kann. Jedoch sollten wir für die Menschen, die so einen Verlust erlitten haben, da sein. Worte, kleine Gesten, Umarmungen können den Schmerz lindern, diesen Personen das Gefühl geben, dass sie nicht alleine sind und jemand an sie denkt in der schwierigen Zeit. Hier möchte ich noch einmal mein Lieblingszitat von Pablo Neruda erwähnen: "Si nada nos salva de la muerte, al menos que el amor nos salve de la vida.”, also „Wenn nichts uns vor dem Tod rettet, so rettet uns die Liebe wenigstens vor dem Leben“.

Wer weiß schon, was nach dem Tod kommt? Niemand. Ob man an den Himmel oder die Wiedergeburt, Nirwana oder Nichts glaubt - das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass einem nach dem Tod alle anderen Toten auf der Straße begegnen wie in Sartres "Das Spiel ist aus". Hoffnung ist jedoch das, was uns oft am Leben hält. Hoffnung auf ein schönes Leben, Hoffnung, dass es nicht vorbei ist, wenn wir sterben.

Mit diesem Essay möchte ich betonen, dass wir unser Leben auf Erden doch viel mehr schätzen und unsere Mitmenschen mehr lieben und respektieren sollten. Natürlich kann man nicht jeden mögen, nicht mit jedem befreundet sein, aber man sollte immerhin freundlich miteinander umgehen. Wie oft streiten wir uns wegen Kleinigkeiten mit unseren Liebsten und gehen am Ende getrennte Wege, weil der Stolz sich zu entschuldigen oder sich zu versöhnen einfach zu groß ist? Was wäre, wenn dieser Mensch, mit dem man momentan verstritten ist, morgen nicht mehr da wäre? Würde man sich nicht wünschen die Zeit zurückdrehen zu können, um der verstorbenen Person noch etwas sagen zu können? Im Tagebuch der Anne Frank findet man die Phrase: ,,Tote bekommen mehr Blumen als Lebende, weil Reue stärker ist als Dankbarkeit." Schade, oder?

Guido Westerwelle ist im März 2016 verstorben. Was man von seiner politischen Arbeit hielt, ist jedem selber überlassen. Jedoch möchte ich euch einige seiner Worte zu Herzen legen:

Versöhnt euch, vertragt euch. Bedankt euch bei Kassierern, wünscht einen schönen Tag, lächelt, wenn ihr fremden Menschen auf der Straße begegnet, haltet Türen auf. Seid immer freundlich und höflich. Es sind nämlich diese Kleinigkeiten, die unser Leben lebenswert machen.
Es ist eben nicht alles selbstverständlich. Deswegen solltet ihr vor allem dankbar für das sein, was ihr habt. Ein Dach über dem Kopf, Freunde, Familie und vor allem, dass ihr gesund seid. Wenn ihr jemanden etwas sagen möchtet, dann tut es jetzt und schiebt es nicht auf. Das Leben ist zwar kurz, aber es ist doch soooo schön. Macht das Beste daraus.


Fühlt euch gedrückt,

eure Gabriele






Donnerstag, 28. April 2016

Rosa rote super Wolke

Statt Blutplättchen fließen kleine rosa Herzchen durch meine Blutbahn.
Du verlässt meine Wohnung. Schon bevor du gehst, habe ich Angst. Angst, dass du nicht wieder kommst, dass es das letzte Mal war, dass ich dich in den Armen halten durfte. Bittersüße Sehnsucht. Bevor ich jedoch zu Bett gehe, rieche ich an dem Kissen, auf dem du lagst. Ich inhaliere förmlich und lache, weil ich mich schäme für das, was ich hier tue. Liebesjunkie. 
Verdammt, ich schlafe zwar in dieser Nacht locker ein, jedoch wache ich früh am Morgen wieder auf. Ein Schlafmützchen bin ich doch eigentlich, nur jetzt, da wo du dich in mein kleines Herz geschlichen hast, wache ich mit der Sonne auf. Glücklich. Hochmotiviert den Tag zu bestreiten. Es kann regnen, schneien, hageln - ist mir doch egal, denn ich habe dich.

Die Kassiererin im Supermarkt lächelt, als sie mitbekommt wie ich meiner Freundin beim Bezahlen von dir erzählen will, es jedoch kaum schaffe, weil ich so lachen und grinsen muss. Wahrscheinlich sehe ich aus wie die Grinsekatze aus "Alice im Wunderland". "Sind Sie verliebt?", fragt sich mich freundlich. Und ich sage "Ja!", wieder lachend als hätte ich ein Stück vom Himmel bekommen. Und das habe ich wohl möglich auch. 
Mit diesem ganzen kitschigen Liebeskram kann ich mich auf einmal identifizieren. Karten, Bilder, Filme oder Songs wie  "Lala" von Clueso. Das höre ich den ganzen Tag: "La la la la la la la la, Ich bin verliebt!" 
Liebe ist schon komisch. Wenn du mich küsst, dann dreht sich alles. Mir wird schwindelig. Ich hebe meinen Fuß dabei wie die Frauen es in Filmen tun und ich habe das Gefühl, dass die Liebe durch meine ganzen Adern fließt. Statt Blutplättchen fließen kleine rosa Herzchen durch meine Blutbahn. Auf dieser rosa roten super Wolke, auf der ich fluffig sitze, würde ich doch glatt wie ein Glücksbärchi in seinem Wolkenmobil, zum Standesamt fahren und dich heiraten!




Sonntag, 13. März 2016

Ein Mixtape



Da saß ich also im Auto. Ein Date. Bis jetzt war es ganz nett: das Texten, das Treffen. Bis jetzt!! Doch als die Musik in seinem Auto erklang, war der Zug für mich schon fast wieder abgefahren. Electro beats? Ernsthaft? Versteht mich nicht falsch. Mit 20 habe ich in Barcelona gelebt und war dort auf Off-Sonar Parties und habe Kalkbrenner und Steve Aoki live erlebt, da kannte die Masse in Deutschland nicht einmal die Namen. Ebenso wirst du mich im Gewölbe, Odonien in Köln oder im Kater in Berlin antreffen – zum tanzen. Aber ich könnte mir Electro im Auto (außer betrunken) oder Zuhause (außer auf  'ner Party) nicht geben.

Wie ist das bei euch? Glaubt ihr, wie ich, dass ein gemeinsamer Musikgeschmack bei der Partnerwahl einen hohen Stellenwert hat? Sicherlich kann man die Partnerwahl nicht nur darauf reduzieren. Wenn man sich verliebt, dann verliebt man sich halt. Ich schließe mich da nicht aus. Aber ich erinnere mich an die erste gemeinsame Wohnung meines Ex Freundes und mir - und wir hatten nicht wirklich denselben Musikgeschmack. Leute, ich kann euch sagen, dass das nicht lustig ist am Wochenende mit eurem über alles geliebten Schatzi aufzustehen und sich zum Frühstück die Mukke von dem Partner anzuhören, die man gar nicht leiden kann (vor allem als Morgenmuffel wie ich!). Umgekehrt war es genauso. Dann kommen so Sprüche wie:,,Ja, kannst ruhig 1-2 Lieder hören". Für einen Musikjunkie wie mich einfach ein Alptraum und deswegen schreie ich jetzt kurz: Juhu, ich liebe meine eigene Wohnung!

Morgens erstmal die Boxen anmachen und zu coolen Klängen und Songtexten wach werden, um Mitternacht ins Bett gehen und dann bis 4 Uhr morgens mit Kopfhörern die Ohren beschallen lassen. Früher habe ich auch gesungen. Ich war zwar nicht die beste Sängerin, aber man hat mir das, was ich gesungen habe, geglaubt. Als Schreiberling hat Musik halt für mich viel mit den Lyrics zu tun. Außerdem bewundere ich Leute, die Instrumente spielen können, Lieder komponieren, schreiben.

Wenn man denselben Musikgeschmack hat, kann man sich folglich austauschen. ,,Kennst du das Lied? Kennst du den Künstler?" Ebenso kann man zusammen auf Konzerte gehen. Und vor allem was das Clubbing angeht ist alles viel leichter. Wenn einer gerne auf R&B tanzt und der andere auf Electro, dann geht der eine dem anderen zuliebe auch mal mit auf eine Party, aber je nach Toleranzgrenze werden beide nicht zufrieden sein. Der eine wird sich bemühen trotz der scheiss Musik Spaß zu haben, und der andere wird seine geliebte Musik nicht genießen können, weil er ein schlechtes Gewissen hat seinen Partner in eine zwanghafte Situation gebracht zu haben.
Dabei sag ich euch: Es macht total Spaß mit seinem Herzensmenschen richtig abzutanzen, zu lachen, dabei zu knutschen. Wenn ich weiß, dass mein Schwarm die gleiche Musik hört wie ich, mach ich vor Freude einen Salto. Musik verbindet halt: sei es, dass man zusammen Lieder hört, dabei kuschelt oder auf einem Konzert gemeinsam die Texte mitsingt. Musik kann uns ebenso an schöne oder traurige Momente erinnern. Jeder kennt das: man hört ein Lied und assoziiert das mit seiner Kindheit oder einer Person, einem Moment.

Natürlich hat unterschiedlicher Musikgeschmack nicht nur Nachteile. Vielleicht lernt man durch seinen Freund oder seine Freundin eine Musikrichtung kennen und lieben, die einem vorher nicht bekannt war oder die man vorher nicht mochte. Mehr Vorteile fallen mir leider nicht ein. Sorry for that one!

Wenn ihr eurem Schwarm oder eurem Partner eine Freude machen wollt, versucht es doch mal mit einem selbstgemachten Mixtape. Früher hat meine beste Freundin Jasmin mir immer die besten Songs auf Kassette aufgenommen. Für die Jüngeren unter euch, das ist eine Kassette:


Jemanden ein Mixtape zu machen, ist meiner Meinung nach, so etwas wie jemanden einen Brief zu schreiben. Es kann Stunden dauern die richtigen Lieder auszusuchen und diese dann in die richtige Reihenfolge zu bringen. Man denkt sich bei den Liedern natürlich auch etwas. Manchmal will man nur eine bestimmte Stimmung hervorrufen oder einen tollen Künstler bzw. einen tollen Song zeigen, aber oft geht es auch um die Lyrics. Man denkt sich:,,Hör was der Sänger im Lied sagt: Genau das fühle ich für dich!." Somit kann man Dinge unterschwellig äußern, für die man im wahren Leben vielleicht etwas zu schüchtern ist. Musik ist also eine wundervolle Art von Romantik. Schön ist, wenn man dann eine CD brennt und dazu ein cooles Cover gestaltet oder die Lieder handschriftlich auflistet. Ich habe auch mal ein ganzes Booklet gemacht mit einer Anmerkung zu jedem Lied, eine Begründung also, weshalb ich gerade das Lied ausgesucht hatte.
Wenn ihr das zu mühsam findet, könnt ihr auch eine CD kaufen oder eine Spotify Playlist erstellen, was ich auch schon gemacht habe. Dies hat den Vorteil, dass man durch das Löschen oder Hinzufügen von Liedern die Liste immer wieder erneuern kann.


Leider habe ich bis jetzt noch kein Mixtape von einem Mann bekommen. Dabei mach ich es einem nicht schwer die passenden Lieder auszuwählen, da ich ein musikalischer Schizo bin. Ich höre R&B, Hip Hop, Pop wie Britney Spears und Spice Girls, französische Chansons wie Edith Piaf und Yves Montand, außerdem liebe ich Zaz. Darüber hinaus findet man in meiner Spotify Playlisten Songs von Marilyn Monroe, Frank Sinatra, Arien aus Opern, Electro wie DJ Koze oder The Glitz, Reggae wie Eek a Mouse, Damian Marley, Musicals wie das Phantom der Oper, Salsa, Country wie Kelsea Ballerini oder die alten Songs von Taylor Swift, Ska wie Ska-P oder Less than Jake und Rock wie Foo Fighters, Jimmy Eat World oder sogar Boysetsfire und zu guter letzt bin ich ein großer Olson Fan. Ach und meine Liebe zu Schwesta Ewa und SSIO nicht zu vergessen :D Ihr seht, so ein musikalischer Tyrann bin ich also gar nicht, da man von mir behaupten kann, dass ich fast alles höre. Also Future-Boyfriend, vielleicht inspiriert dich hier was, haha ;)

Mit einem Zitat von Richard Wagner verabschiede ich mich heute von euch:,,Die Musik ist die Sprache der Leidenschaft".


Fühlt euch gedrückt,

eure Gabriele



Mich würde eure Meinung zu dem Thema interessieren. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Ihr könnt gerne (anonym und ohne Datenangabe) hier in meinem Blog kommentieren. Ist derselbe Musikgeschmack Basis für eine Beziehung? Überlegt ihr nach dem Lesen dieses Textes jemanden ein Mixtape zu machen?





Sonntag, 28. Februar 2016

In der Luft schwebend

Kennt ihr das Gefühl, hin- und hergerissen zu sein? Ist man an einem Tag glücklich, feiert das Leben extrem, genießt einen hedonistischen Lifestyle, so fällt man am nächsten Tag in ein tiefes Loch und fragt sich, wofür dieses Leben gut ist, fuckt sich ab, dass man noch studiert oder über den Job, den man macht, dass man Dinge vor sich herschiebt, eigentlich nicht hier leben möchte, wohlhabend sein will, und sich Gedanken macht, oder ob man den richtigen Beruf gewählt hat.

Ich habe eben letztens "La Môme" geschaut, der im deutschen "La vie en rose" heißt und das Leben von Edith Piaf zeigt, gespielt von Marion Cotillard. Einfach großartig. Der Film hat mein Herz zerfetzt, da er so traurig ist. Man könnte sagen, dass ich den Film durch geweint habe, da er mich so berührt hat. Ich wusste gar nicht, dass Edith Piaf so viele Schicksalsschläge durchleben musste. Oft können sich Anhänger der Generation Y mit solchen Charakteren identifizieren. Diese Extreme: saufen, feiern, Drogen, das Leben auf das Maximum genießen, die Liebe lieben. Und dann auf der anderen Seite die Tristesse, die Einsamkeit.

American Journalist:If you were to give advice to a woman, what would it be?
Edith Piaf: Love
American Journalist: To a young girl?
Edith Piaf: Love
American Journalist: To a child?
Edith Piaf: Love.

Wenn man auch so denkt, wird man belächelt. "Liebeskasper Gabi", schon klar. Aber wenn die Leute solche Filme schauen, finden sie diese Aussagen toll, nur im wahren Leben belächeln sie Personen, die so denken, fühlen und das äußern. Wenn ich ein Lied höre, und das Gefühl habe, dass die Lyrics durch meinen ganzen Körper gehen, wenn ich eine Filmszene sehe und mich so verbunden fühle, dass mich jemand versteht, dass jemand auch in meiner Situation ist, dann kommt auch manchmal: "Ach, lass mich raten, du fühlst dich angesprochen, hihi". Ist das so schlimm? Ist Kunst wie Film, Literatur und Musik nicht dafür da? Dafür, dass wir Menschen uns identifizieren können, dass wir die Geschichten und Worte nachvollziehen können, dass die Musik und die Dialoge, Texte uns berühren? die Ästhetik und Tiefe, welche jegliche Art von Kunst uns geben kann. Vielleicht wirken Künstler auf andere Menschen wie Träumer, Naive. Ich glaube jedoch, dass Emotionen, Sensibilität und Sentimentalität sowie Melancholie zum Leben dazu gehören.

Oft erkennt man sich in Künstlern, verlorenen Seelen, hoffungsvolle und doch zerbrechliche Charaktere. Amy Winehouse, Kurt Kobain, Ernest Hemingway, Marilyn Monroe. Ein Zitat von Scott Fitzgerald lautet:“And in the end, we were all just humans, drunk on the idea that love, only love, could heal our brokenness.“ Jeder hat sein Päckchen zu tragen: gesundheitliche Probleme, finanzielle, persönliche. Die ganzen Dinge, die einem passieren, die Gedanken, die sich andauernd im Kreis drehen, die Emotionen, die man nicht unter Kontrolle hat, all dies findet nur Trost in der Liebe: Liebe von Freunden und der Familie, Liebe vom Partner oder einfach die Liebe zu sich selbst, die man jedoch erst erlernen muss.

Wir, die Generation Y, in der Luft schwebend. Man weiß nicht in welche Richtung man fliegen muss. Wir schweben einfach über der Erde, im Himmel, an einer Stelle. Man bewegt sich nicht vor ran, immer schwebend zwischen den Wolken ohne Orientierung. Das Schweben fühlt sich nicht schmerzvoll an, es ist ein nichts, eine Unentschlossenheit, die jedoch mit einer Gleichgültigkeit verbunden ist. Wohin mit mir? Ich weiß es nicht. Der schwebende Zustand ist nicht der Beste, aber die Angst, eine Richtung zu wählen ist groß, also bleibt man schwebend. Schwebend muss man sich nicht bemühen, man muss nichts riskieren, aber man kommt auch nicht weiter. Man hängt in der Luft, da man Angst vor Verantwortung hat, aber merkt wie die Zeit vergeht und man weiß somit, dass man nicht auf ewig schweben kann, sondern eine Richtung wählen muss, entscheiden muss, wohin es geht und für diese Bewegung in eine bestimmte Richtung muss man Kraft aufwenden, wofür man aber möglicherweise zu faul ist oder eher wovor man sich einfach fürchtet.

Dieses Generation Y Gerede ist wirklich wahr, meines Erachtens. Viele Möglichkeiten, alles wollen, nichts wollen. Zuhause bleiben oder Party machen? „Pff. Kein Mensch erinnert sich später an die Nächte, in denen er viel geschlafen hat“. Aber am nächsten Tag verkatert aufwachen und sich erinnern (wenn man sich erinnert) wie man sich betrunken benommen hat, ist auch nicht cool, vor allem, wenn man dann in sein Handy guckt. Studium durchziehen oder erst einmal paar Semester chillen und das junge Leben genießen? Singleleben oder Ehe und Kinder? Hat man den richtigen Beruf gewählt? Sollt ich damit zufrieden sein oder doch noch studieren, eine Ausbildung machen, die Meisterschule besuchen? Will ich das überhaupt oder nur, weil ich denke, dass die Gesellschaft das erwartet? Als Mutter: Zuhause bleiben und sich um die Kinder kümmern oder doch arbeiten und sich dann anhören müssen, man würde nicht genug Zeit in seine Kinder investieren.

Man weiß heutzutage nicht mehr, was richtig und was falsch ist, da wir so viele (zu viele?) Möglichkeiten haben. Aber das gehört alles zum Erwachsenwerden dazu. Dazu gehört auch Fehler zu machen. Das Wichtige, meine Lieben, ist sich selbst zu reflektieren, aus Fehlern zu lernen und an sich zu arbeiten, damit man die beste Version seiner selbst wird. Wir sind alle nicht vollkommen und das Leben kann zwischendurch echt scheisse sein, aber wir dürfen nicht aufgeben und müssen füreinander da sein. Deswegen möchte ich an dieser Stelle Pablo Neruda zitieren:Si nada nos salva de la muerte, al menos que el amor nos salve de la vida.”, also „Wenn nichts uns vor dem Tod rettet, so rettet uns die Liebe wenigstens vor dem Leben“.



Eure Gabriele







Mittwoch, 24. Februar 2016

Du hast dich nicht einmal entschuldigt

Es hätte dir leid tun können, dass du mich nicht loslässt, obwohl du es hättest tun müssen, da ich es nicht konnte

Ich habe dich in der virtuellen Welt geblockt. Aber nicht nur dort, denn auch um mein Herz ist jetzt eine große Mauer, eine Firewall, eine Blockade. Du warst wie ein Computervirus, der sich in mein Herz gehackt hat und dort die Festplatte auffraß. Das Wirrwarr ließ mich nicht mehr vernünftig denken, handeln. Nun bin ich befreit und das sogar durch deine Hilfe. Mit diesen Dingen hast du schließlich Erfahrung, dies ist dein Metier. Der Virus hat sich also ganz von alleine entfernt und zwar durch seine Taten.
Wahrscheinlich schicken dir deine Freunde gerade einen Screenshot von dem Text, da du dir ja nicht die Mühe machst, dich selber für das von mir Geschriebene zu interessieren. Vielleicht lachen sie auch über mich, da sie Mitleid mit mir haben, belächeln wie naiv ich sei, betonen, dass ich eine „tickende Zeitbombe“ sei. Aber wer könnte es ihnen verübeln? Sie wissen wahrscheinlich von deinen ganzen anderen Frauen, in einer Welt, in die ich ihrer Meinung nach, bestimmt eh nicht hingehöre. Aber sie wissen nicht, wie du zu mir warst, wie gut du zu mir warst, dass wir uns damals fast jede Woche gesehen haben und sich nicht alles um das Eine drehte. Wie du immer betont hast, dass „wir uns wirklich mögen“. Aber Menschen, die man mag, denen tut man nicht weh und vor allem nicht auf diese Art und Weise.
Denn du wusstest, dass ich leide, dass ich weine und trotzdem hast du nicht aufgehört, dich mit mir zu treffen. Warum ich es nicht einfach beendet habe? Wie oft habe ich es versucht und dann hast du mich angebettelt und vollgelabert, dass ich es nicht tun soll. Verliebte klammern sich leider an jeden Strohhalm, also hoffte ich weiterhin. Und ich hoffte und hoffte und hoffte und hoffte.
Aber irgendwann macht es dann doch „Klick“. Auch wenn dir deine Freunde und deine Familie schon vorher tausend mal gesagt haben, dass du loslassen sollst, muss bei einem selber der Moment kommen, in dem man versteht: Es reicht.
Der Moment ist gekommen, denn ich will dich nicht mehr. All die Dinge, weswegen ich dich wollte, sehe ich nicht mehr, da ich nur noch erkennen kann, warum du schlecht für mich bist, mir nicht gut tust. Natürlich hatten wir eine tolle Zeit zusammen, wir waren ja sogar im Urlaub zusammen, gekuschelt, gegessen, geschlafen und viel geredet, geschrieben, geküsst. Doch, dass ich weinend zuhause war, wenn du weg warst, das war dir gleichgültig. Denn ich bin dir egal. Das habe ich jetzt verstanden.
In der ganzen Zeit hast du mir nicht einmal gesagt, dass es dir leid tut. Es hätte dir ja leid tun können, dass du mir das nicht geben konntest, was ich dir in Mengen gab. Es hätte dir leid tun können, dass ich weinte und traurig war wegen dir. Es hätte dir leid tun können, dass du mich nicht loslässt, obwohl du es hättest tun müssen, da ich es nicht konnte.
Wenn du einen Text von mir gelesen hast, hast du mich daraufhin immer angerufen. Ruf diesmal nicht an. Ich würde sowieso nicht dran gehen. Du hast mir eh nichts zu sagen. Denn auf das Geschriebene gehst du nicht ein, führst dann irgendeinen Smalltalk, aber löschen sollte ich meine Texte auch nicht. Dafür bist du viel zu narzisstisch und genießt die Aufmerksamkeit, die ich dir schenke. Dann genieß sie noch ein letztes Mal. Das wird mein letzter Text über dich sein



Montag, 15. Februar 2016

Starbucks, Muskatnuss, Coladosen

Du hinterlässt Souvenirs in meinem Kopf und Herzen
Man lebt jeden Tag, normal, vor seiner Nase sieht man Gewürze, man geht Kaffee trinken, man kauft sich auf die Schnelle eine Dose Cola am Kiosk. Standard. Doch auf einmal beginnt man die Dinge mit einer Person zu assoziieren. Es gibt so viel, das ich mit dir verbinde, wenn ich mich so umschaue. Sogar mein Bett schaue ich manchmal an und erinner' mich daran, wie du drei Mal hier übernachtest hast. Drei mal hast du dir den weiten Weg zu mir in das kleine Solingen gemacht, wo doch hier eigentlich nichts ist, - außer mir. Es kommt mir so surreal vor, mir vorzustellen, dass du auf meinem Sofa lagst, dass du die Pasta gegessen hast, die ich gekocht hatte und sie dir schmeckte, aber du doch gerne etwas Muskatnuss hättest, da du diese magst. Von da an muss ich jedes gottverdammte Mal an dich denken, wenn ich in meiner Küche stehe und auf das Gewürzkästchen schaue, welches direkt auf der Arbeitsplatte steht. 
Wenn ich dich besuchte oder du geschäftlich in meiner Nähe warst, gingen wir am nächsten Morgen immer zu Starbucks, "Kaffee für 1.5 Mio. Euro trinken", wie ich gerne sage. Wie oft bin ich im Starbucks gewesen und habe mir meinen Caramel Macchiato sorgenfrei getrunken? Wenn sie jetzt im Starbucks meinen Namen auf den Becher schreiben, denke ich an die vielen Fotos, die ich im Liebesrausch bei unseren Starbucksritualen schoss, wobei ich auch einmal unsere zwei Becher nebeneinander fotografierte. Kitschig. Aber ich liebte es. Wenigstens waren wir auf den Bildern vereint, wenigstens waren unsere Namen auf einem Bild vereint.
Das alles läuft schon seit Monaten. Monate, in denen mich eine Trauer überkam, wenn ein bestimmtes Lied lief. Calvin Harris "How deep is your love?", ein 0-8-15 Mainstream Chartssong. Doch ich kann mich erinnern, wie er ein paar Mal im Auto lief, als du mich abholtest oder zum Bahnhof fuhrst. Seitdem hörte ich das Lied rauf- und runter und fragte mich, wie tief deine Liebe wohl zu mir sei. Doch deine Liebe ist nicht tief, sie ist viel mehr wie eine Luftmatratze, die lässig auf der Wasseroberfläche im Swimmingpool schwimmt. Manchmal legst du dich auf die Luftmatratze, dann taucht sie etwas ins Wasser, sie wird ein bisschen nass, deine Füße steckst du ein Stückchen ins Wasser. So eine kleine Erfrischung macht dir Spaß. Die Luftmatratze empfindest du als gemütlich,  wozu also tauchen oder schwimmen, wenn man doch locker auf der Wasseroberfläche dahin dösen kann? Wozu was riskieren, wozu vertiefen? "Ist doch alles so gut wie es ist", sagtest du nicht nur einmal. 
Noch schlimmer als die Lieder sind Gerüche. Dein Parfum. Manchmal trugst du auch ein anderes, aber nur bei dem einen überfällt mich dieser Schmerz. Dieser Schmerz in der Brust, wenn man den Duft irgendwo riecht. Das ist dann der absolute und blanke Horror. Ist es nicht erstaunlich, dass das Traurigsein ein wirkliches Ziehen in der Brust bewirkt, also körperlichen Schmerz hervorruft? 
Doch der absolute Superlativ ist alles, was mich daran erinnert, dass du eigentlich eine andere Frau in deinem Leben hast. Eine teure Handtasche, die sie auf einem Foto mit dir trägt oder Städtenamen, von denen ich hörte, dass du sie mit ihr besuchtest. Ich frage mich dann, ob du ihr die Sachen und Reisen gekauft hast oder ob sie auch aus einer reichen Familie kommt, denn „Die Sitte gilt und muss gelten, aber daß sie’s muß, ist mitunter hart.“ Jaja, Irrungen, Wirrungen.
Und so sitze ich hier und schreibe blinde Liebesbriefe, die ich nicht abschicken werde, die mir helfen sollen dich zu vergessen. Doch ich frage ich mich, wie ich dich vergessen soll, wenn selbst Coladosen mich an deinen Kühlschrank erinnern, wenn mein Herz stehen bleibt, wenn ich irgendwo den Namen deines Wohnortes höre, wenn ich Sehnsucht nach deinem Kater habe, wenn ich ein süßes Kätzchen erblicke, und die vielen anderen Souvenirs, die du in meinem Kopf und Herzen gelassen hast, die es mir unmöglich machen dich zu vergessen.